HARDCORE-TRIATHLON

22. Int. Austria Triathlon Podersdorf/See

Vier Uhr morgens, der Autor dieser Zeilen lag noch bei offenem Fenster im Bett, als die ersten Blitze über den Himmel zuckten. Fünf Uhr, schön langsam aufstehen und herrichten zum 22. Int. Austria Triathlon in Podersdorf. PHILIPP BREYER

Das Wetter draußen: Sehr starker Regen, böiger Wind und schwarzer, von Blitzen durchzogener, Himmel. Sechs Uhr, das Treiben am See beginnt, denn früher oder später muss ja mit dem Check-In der Räder in die Wechselzone begonnen werden. Doch diese gleicht mittlerweile einem Sumpfgebiet, sauber bleibt an diesem Tag wohl nichts mehr. Nach einigen „worst case-Szenarien“ mit Startverschiebung oder Umwandlung zu einem Langdistanz-Duathlon sollte der Bewerb, nach Abziehen des Gewitters, dann doch pünktlich um 7.30 Uhr starten.

Seekrank
Der oft auch von Surfern und Bootsfahrern unterschätzte Neusiedlersee präsentierte sich dann von seiner schlimmsten Seite. „Bacherlwarm“ zwar die Temperatur, doch wer 2008 dabei war und sich dachte, „schlimmer kann es ja wohl nicht mehr werden“, sollte angesichts des noch extremeren Wellenganges, eines Besseren belehrt werden. Der Altmeister, Alexander Frühwirth (URC Spk. Renner Langenlois) präsentierte sich im Wasser als unverwüstlich und wechselte mit großem Vorsprung auf die Radstrecke, von da an jedoch schlug die Stunde des Steirers Andreas Fuchs (dertriathlon.com Fürstenfeld). Fuchs: „Die Bedingungen sind mir sicher entgegen gekommen, speziell der Wind am Rad. Ich liebe es extrem und wenn ich merke, dass die anderen mehr leiden als ich, kann ich mich noch mehr quälen. Das Schwimmen war ein Wahnsinn, ich habe probiert, nicht gegen die Wellen zu kämpfen, sondern einen Rhythmus zu finden. Am Rad war ich zuerst etwas müde, aber der starke Wind verschaffte mir ein cooles Gefühl, ich habe gelernt, diese Verhältnisse zu akzeptieren und sogar zu lieben. Beim Laufen war ich mir, trotz eines zehnminütigen Vorsprungs erst auf dem letzten Kilometer sicher, nicht mehr eingeholt zu werden und konnte den Zieleinlauf mit meinen zwei Mädels so richtig genießen. Es war hart, aber fair!“ Auf den Rängen klassierten sich der starke Lokalmatador Rainer Fuhrmann (LTC Seewinkel), vor dem Dänen Bjarne Moller, der sein Vorhaben, den dänischen Rekord zu unterbieten und eine Zeit von 8:15 Stunden zu erzielen, klarerweise nicht in die Tat umsetzen konnte. Ebenfalls nicht entmutigen ließen sich die Damen. Nach spannendem Rennverlauf hatte Bettina Zelenka (TRIA Deutsch Wagram) allen Grund zu jubeln. Nahezu zeitgleich mit Constance Mochar (Schwimm Aktiv Club Klagenfurt) aus dem Wasser, konnte sie ihren Vorsprung im Laufe des Rennens Minute um Minute ausbauen, bis sie schließlich im Ziel knapp neun Minuten auf ihre härteste Kontrahentin warten durfte. Auf Platz drei schaffte es die junge Slowakin Kristina Lapinova.

Wertungen, Wertungen, Wertungen
Bei der zeitgleich ausgetragenen Halbdistanz, die der Langstrecke zumindest teilnehmermäßig schon den Rang abgelaufen hat, gab es bei den Herren einen Dreifacherfolg für Ungarn. Am schnellsten war der hohe Favorit und mehrfache Olympiateilnehmer Csaba Kuttor, bei den Damen siegte die deutsche Yvonne Rüger-Kromher. Tradition haben in Podersdorf auch die Staffeln, hier war das Welser Profile AG Powertrio auf der Langdistanz, sowie die drei Herren des Triteam Evonik auf der halben Strecke, am schnellsten.
Erstmals ausgetragen wurde auch die Wertung des „AUSTRIA 339“ (addierte Wertung der Halbdistanz des VKB-Linztriathlon über 113 km, sowie der Langdistanz in Podersdorf über 226 km). Über diesen Titel konnte sich bei den Herren der Oberösterreicher Christian Froschauer (Team Zisser Enns) in 13:48:47 Stunden freuen. Bei den Damen war Bettina Lechner mit 19:43:40 die Einzige im Klassement.

INFO ZAHLEN & FAKTEN
22. Int. Austria Triathlon (ÖSTM Langdistanz)
Ort: Podersdorf/Neusiedlersee (B)
Termin: 29. 8. 2009
3,8 – 180 – 42,2: M: 1. Andreas Fuchs (1. ÖSTM) 8:53:04
2. Rainer Fuhrmann (2. ÖSTM) 9:00:26
3. Bjarne Moller/DEN 9:03:48
4. Alexander Frühwirth (3. ÖSTM) 9:05:09
F: 1. Bettina Zelenka (1. ÖSTM) 10:33:46
2. Constance Mochar (2. ÖSTM) 10:44:24
3. Kristina Lapinova/CZE 10:58:46
4. Petra Kleindienst (3. ÖSTM) 11:12:24
1,9–90–21,1: M: 1. Csaba Kuttor/HUN 4:13:50
F: Yvonne Rüger-Kromher/GER 4:48:50



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