Warum ist mir nach dem Laufen übel?

Frage
Ich (w, 26 Jahre) habe begonnen, wieder regelmäßig zu laufen. Davor hatte ich immer wieder Pausen. Ich fühle mich beim Laufen recht gut. 20–30 Minuten schaffe ich locker. Jetzt habe die Laufdauer auf eine Stunde gesteigert. Ich walke danach auch aus und dehne – aber sobald ich zu Hause ankomme und ruhiger werde, wird mir richtig übel. Das hält leider auch lange an (kann dann auch nichts essen). Was mache ich falsch, woran kann es liegen? Fr. K. S.

Antwort von Dr. Andreas Dallamassl
Möglicherweise kommt es durch längeres und für Ihren Trainingszustand zu intensives Laufen zu einer Entleerung Ihrer Kohlenhydratspeicher mit einem Abfall des Blutzuckerspiegels, welcher sich oft in Form von Übelkeit äußern kann. In diesem Falle wird eine Kohlenhydratzufuhr in flüssiger oder fester Form vor und während der Belastung eine Besserung Ihrer Beschwerden bringen. Wie und was man hier trinken sollte, wurde in LAUFSPORT schon des öfteren erörtert. Auch könnte ein größerer Flüssigkeitsverlust durch das Laufen solche Beschwerden auslösen, insbesondere dann, wenn die tägliche durchschnittliche Flüssigkeitszufuhr zu gering ist. Ein sportlich aktiver Mensch sollte mindestens 2,5–3 Liter Flüssigkeit auf den Tag verteilt aufnehmen, wobei der durch Schwitzen begründete Flüssigkeitsverlust im Rahmen der sportlichen Aktivität noch gar nicht berücksichtigt ist und somit noch dazu kommt. Regelmäßiges Trinken den ganzen Tag hindurch sowie Flüssigkeitsaufnahme während dem Laufen wird sich in diesem Fall positiv auswirken.

Ihre Beschwerden könnten aber auch durch Probleme im Bereich des Magens und/oder der Speiseröhre ausgelöst werden, wobei hier auch Schmerzen vorkommen könnten. Dazu sollte zur Diagnosesicherung eine Gastroskopie (= Magenspiegelung) und PH–Metrie durchgeführt werden, um eine Übersäuerung der Speiseröhre und/oder eine Entzündung der Magen- oder Speiseröhrenschleimhaut nachweisen zu können. Sollte sich dies als Ursache Ihrer Beschwerden herausstellen, so kann durch Medikamente die Säureproduktion Ihres Magens sehr wirkungsvoll gehemmt werden, wodurch Ihre Beschwerden sehr bald verschwinden werden. In vielen Fällen zeigt sich hierbei auch eine Infektion der Magenschleimhaut mit einem Bakterium (Helicobacter pylori), welches für Beschwerden bis hin zum Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür verantwortlich gemacht wird. Bei Nachweis dieses Keims in der Schleimhaut sollte bei entsprechender Symptomatik eine Elimination mit einer antibiotischen Kombinationstherapie und gleichzeitiger medikamentöser Säureblockade durchgeführt werden. Häufig kommt es auch über eine Schwäche des Speiseröhrenschließmuskels, bei Druckerhöhungen im Bauchraum oder auch beim Vorhandensein eines Zwerchfellbruches zum Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre. Durch die Einwirkung von saurem Mageninhalt auf die unteren Anteile der Speiseröhre kommt es zu Schäden der Schleimhaut mit den sich daraus ergebenden Beschwerden. Hier kann durch medikamentöse Säurehemmung in den meisten Fällen auch eine erhebliche Verbesserung der Situation erreicht werden. In schweren Fällen kann auch durch einen operativen Eingriff die Funktion des Speiseröhrenschließmuskels verbessert und somit der Rückfluss von saurem Mageninhalt vermindert werden. Zusätzlich kann durch eventuelle Optimierung Ihrer Ernährung zusätzlich eine Linderung erreicht werden. Mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag, Vermeiden von säurehaltigen Fruchtsäften sowie über den Tag verteiltes Trinken von mindestens 2,5 Liter kohlesäurefreiem Wasser wirken sich sicher positiv auf Reizzustände der Speiseröhren- und Magenschleimhaut aus.



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