Warum friere ich nach dem Lauftraining?

Frage
Ich (w, 49, 162 cm, 54 kg) laufe seit Jahren mal mehr – mal weniger, aber seit vier Monaten regelmäßig rund 3 x 10 km in der Woche in einem normalen bis gemäßigten Tempo. Seit den regelmäßigen 10-km-Läufen habe ich immer wieder das Problem, dass ich nach dem Training unglaublich friere. Nicht einmal eine heiße Dusche kann das ändern. Also ab ins Bett, mit einer Wärmflasche und dann essen. Dann werde ich langsam wieder warm. Kann ich etwas tun, um diese Frostanfälle zu umgehen? Überlastet fühle ich mich nach dem Training überhaupt nicht. Fr. I. L.

Antwort von Dr. Andreas Dallamassl
Abnormes Kältegefühl nach einer moderaten körperlichen Aktivität, welche nicht zu einer völligen Entleerung der Energiespeicher führt, was ich bei Ihren Angaben voraussetze, muss nicht unbedingt krankheitsbedingte Ursachen haben. Zur Sicherheit würde ich jedoch eine Schilddrüsenfunktionsstörung und einen Eisenmangel mit oder ohne Anämie (= Blutarmut) ausschließen, was durch einfache Laboruntersuchungen möglich wäre. Sollten hier keine pathologischen Befunde erhoben werden, so wird die Ursache in einer konstitutionsbedingten vasovegetativen Blutumverteilung zu suchen sein, wo es im Anschluss an eine körperliche Anstrengung zur Zentralisierung des Blutes kommt. Durch die dadurch völlig ungefährliche Minderdurchblutung der Haut entsteht dieses unangenehme Kältegefühl, welches Sie beschreiben. Außer einer ausreichenden Aufnahme von warmen Getränken und entsprechender Wärmezufuhr von außen sind hier keine Gegenmaßnahmen möglich. Vorbeugend zur Verbesserung Ihrer Situation sind jedoch Saunagänge und Kneippanwendungen zu empfehlen, welche zu einer Optimierung der individuellen Thermoregulation mit einer gleichmäßigeren Verteilung des Blutes führen.


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