Kann ich trotz Herzryhthmusstörungen laufen?

Frage
Ich (w, 44, 165 cm, 59 kg) leide seit einigen Jahren unter mehr oder weniger starken Herzrhythumsstörungen. Ich laufe cirka viermal pro Woche, cirka 60–90 Minuten pro Einheit. An „normales“ Herzstolpern habe ich mich längst gewöhnt. Was mich beunruhigt ist, dass die Rhythmusstörungen manchmal sehr schmerzhaft sind und ich große Angst habe, diese könnten einmal länger andauern. Diese Angst beeinträchtigt meine Freude am Laufen, aber auch insgesamt meine Lebensfreude sehr. Kardiologische Untersuchungen wir Ruhe-EKG, Herzultraschall, Belastungs-EKG (Leistungsfähigkeit liegt bei 133 %) sowie ein 24-h-EKG waren unauffällig. Bermerken möchte ich auch noch, dass die Extrasystolen eher in Ruhe (beim Sitzen, Liegen, aber auch langsamen Spazierengehen) auftreten. Bei Belastung (auch intensiv) treten sie nur ganz selten auf. Ist eine elektrophysiologische Untersuchung empfehlenswert? Fr. E. B.

Antwort von Dr. Andreas Dallamassl
Herzrhythmusstörungen unterschiedlichster Art sind grundsätzlich ernst zu nehmende Symptome, welche in jedem Falle entsprechend kardiologisch abgeklärt gehören. Die Tatsache, dass die kardiologische Durchuntersuchung kein pathologisches Ergebnis brachte und Ihre Beschwerden bei Belastung kaum auftreten, schließen eine ernste Herzerkrankung doch eher aus und sollten jedenfalls zu Ihrer Beruhigung beitragen. Gerade die „große Angst“, wie Sie es selbst formulieren, kann über vegetative Mechanismen solche Probleme immer wieder gerade in Situationen körperlicher Ruhe auslösen. Das Erlernen entsprechender Entspannungstechniken (autogenes Training, Muskelrelaxationsübungen etc.) kann in solchen Fällen absolute Erleichterung bringen und zum Abklingen dieser Anfälle beitragen.

Bei einer elektrophysiologischen Untersuchung wird über eine Sonde, welche über eine Vene meistens über die Leiste bis ins Herz vorgeschoben wird, das Herzleitungssystem elektrisch stimuliert, wodurch eventuelle Rhythmusprobleme ausgelöst und deren Ursprung lokalisiert werden können. Bei entsprechenden Befunden können dann etwaige „arrhythmogene Stellen und Bahnen“ im Herzleitungssystem elektrisch durchtrennt werden.

Inwieweit diese Untersuchung bei Ihnen noch durchgeführt werden soll, hängt von der Beeinflussbarkeit Ihrer Beschwerden durch die oben angeführten Entspannungstherapien und auch von Ihrem Leidensdruck ab. Sollten Ihre Beschwerden und die daraus resultierende Angstsymptomatik sich gegenseitig immer mehr verstärken, wäre die Durchführung einer solchen elektrophysiologischen Untersuchung insofern sinnvoll, als auch mit letzter Wahrscheinlichkeit ein „arrhythmogener Herd“ in Ihrem Herz ausgeschlossen oder bei Nachweis, einer ursächlichen Therapie zugeführt werden kann.



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