Wie verträgt sich Blutspenden und Laufen?

Frage
Ich (m, 55, 178 cm, 73 kg) laufe zwei Mal jährlich einen Marathon und kleinere Wettkämpfe und bin zudem regelmäßiger Blutspender. Wie lange vor und nach einem Marathon ist das Blutspenden nicht zu empfehlen? Ist in diesem Zusammenhang eine Supplementierung von Eisen sinnvoll bzw. notwendig?
Hr. G. F.

Antwort von Dr. Andreas Dallamassl
Im Rahmen einer Blutspende werden dem Körper ca. 500 ml Blut entnommen, was in der Regel von gesunden Erwachsenen problemlos vertragen wird. Ein kurzzeitiges Absinken des Blutdruckes kann zum Auftreten von Schwindelgefühl und in seltenen Fällen zu einer kurzen Ohnmacht führen. Vorbeugend sollten Sie deshalb nach der Spende ca. 10-15 Minuten liegen bleiben und anschließend ausreichend Flüssigkeit aufnehmen. Blutergüsse an der Punktionsstelle können durch das Aufdrücken eines Tupfers verhindert werden.

Um dem Körper ohne gesundheitliche Belastung genügend Zeit zum Ausgleich des Blutverlustes zu lassen, sollen Frauen höchstens vier Mal und Männer höchstens sechs Mal innerhalb eines Jahres Blut spenden. Da zur Bildung des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) Eisen notwendig ist, kann unter Umständen die Einnahme von Eisenpräparaten ratsam sein. Inwieweit dies bei ihnen notwendig ist, muss durch eine Bestimmung des Ferritin-Wertes geklärt werden, welcher ein gutes Maß für die Eisenreserven im Körper darstellt.

Nach einer Blutspende dauert es drei bis vier Wochen, bis sich das rote Blutbild wieder soweit regeneriert hat und die Sauerstofftransportkapazität, welche auch vom Hämoglobin in den roten Blutkörperchen abhängig ist, wieder eine optimale Leistungsfähigkeit - auch in sportlicher Hinsicht erlaubt. Die Neubildung der weißen Blutkörperchen erfolgt wesentlich schneller, sodass deren Funktion (Infektabwehr etc.) nur einige Tage beeinträchtigt ist.

Sportliche Ambitionen werden somit durch eine Blutspende eindeutig negativ beeinflusst, was gegen die Durchführung einer solchen innerhalb von vier Wochen vor einem Wettkampf spricht. Aber auch in der Zeit nach einem Wettkampf muss von einer Blutspende abgeraten werden, da mit einer ungünstigen Beeinflussung der regenerativen Prozesse im Körper zu rechnen ist. Nach einem Marathonlauf ist die Dauer, die man für die Regeneration benötigt, naturgemäß eine längere als nach einem weniger belastenden Wettkampf und dauert mindestens vier Wochen, in denen man den Körper durch eine Blutspende nicht zusätzlich belasten sollte. Für die intensiven Trainingsphasen gilt sinngemäß das Gleiche wie für die Wettkampfzeit, da bei Nichtbeachten der entsprechenden Zeiträume mit negativen Auswirkungen auf die Trainingseffekte zu rechnen ist.

In den Zeiten, wo nur lockeres Training oder alternative Sportarten ohne Leistungsdruck am Programm stehen, spricht nichts gegen die Abgabe einer Blutspende, wodurch man auch in den Genuss einer individuellen Blutuntersuchung hinsichtlich verschiedenster Infektionskrankheiten und anderer Blutparameter kommt. Die immens wichtige Bedeutung des Blutspendens für die Allgemeinheit soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.



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