Schäden durch Laufen?

Frage
Ich (w, 30, 162 cm, 45 kg) laufe fast täglich eine Stunde. Einmal pro Woche einen Zweistundenlauf (alles ohne Trainingsplan und eher locker ohne Zeitdruck). Kann es sein, dass auf Dauer tägliches Laufen schädlich für Gelenke, Herz etc. ist? Kann dadurch ein Übertraining entstehen und wie spürt man dieses? Worauf muss ich achten, wenn ich mich wieder auf Wettkämpfe (10 km, Halbmarathon, Marathon) vorbereite? Was halten Sie von Nahrungsergänzungsmitteln? Können diese Krankheiten oder Befindlichkeitsstörungen vorbeugen oder auskurieren? Ist es sinnvoll als Sportler trotz gesunder Ernährung Zusatzmittel einzunehmen? Fr. S. S.

Antwort von Dr. Andrea Hofmann
Die Darstellung Ihres Trainings zusammen mit den Botschaften, die zwischen den Zeilen herauszulesen sind (Sie fühlen sich offensichtlich nicht wohl), denke ich dass Ihr derzeit absolviertes Training nicht gesundheitsfördernd ist. Dazu kommt Ihr geringes Körpergewicht von nur 45 Kilogramm. Grundsätzlich gehört mindestens ein Ruhetag pro Woche eingeplant und spätestens jede vierte Woche der Trainingsumfang um die Hälfte reduziert. Wenn es darum geht, Ihre Leistung zu steigern, dann wären fünf Trainingseinheiten pro Woche vermutlich günstiger, der lange Lauf über zwei Stunden darf bleiben, der Rest sollte mit mehr Abwechslung gestaltet werden. Vielleicht ziehen Sie doch einen der vielen Trainingspläne zu Rate, um sich auf Wettkämpfe wie 10 km, Halbmarathon oder Marathon vorzubereiten. Ein hoher Laufumfang kann dem Körper schaden, wenn das Training nicht angepasst und die Erholungsphasen nicht eingehalten werden. Zum einen kann es zu Überlastungen des passiven Bewegungsapparates kommen (Knieschmerzen, Hüftschmerzen, Entzündungen der Achillessehne etc.), oder zu anhaltendem Ziehen in der Muskulatur, zu chronischer Müdigkeit, Mangel an Auftrieb, depressiver Verstimmung, aber auch Schlafstörungen und Gewichtsverlust, erhöhtem Ruhe- und Belastungspuls. Man fühlt sich einfach abgeschlagen und schlecht. Da helfen dann auch keine Nahrungsergänzungen mehr sondern nur einige Wochen mit stark reduziertem Laufumfang (jeden zweiten Tag 30 Minuten joggen). Wichtig ist eine ausreichende und ausgewogene Ernährung, die Kohlenhydrate und genügend Eiweiß enthält, sowie frisches Obst und Gemüse und (nicht zuviel) Vollkornprodukte. Dann sind keine Zusatzprodukte notwendig, die die Ernährung ohnehin niemals ersetzen können. Bei Vorliegen einer Magersucht kann Laufen auch als Mittel verwendet, das Gewicht weiter zu reduzieren oder dieses nieder zu halten. Falls Sie das Gefühl haben gefährdet zu sein, wenden Sie sich bitte so rasch wie möglich an eine kompetente Stelle!


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