Neueinstieg nach Lungenentzündung?

Frage
Ich bin während der Marathonvorbereitung an einer Lungenentzündung erkrankt. Für drei Wochen war ich ans Bett gefesselt und seit vier Wochen bin ich wieder auf den Beinen. Nach wie vor bin ich etwas verschleimt und ein wenig ängstlich, wann ich wieder zu laufen beginnen kann. Sollte ich vorher noch einmal ein Röntgen oder einen Blutbefund machen lassen? Oder soll ich es einfach riskieren und abwarten? Fr. B. G.

Antwort von Dr.Andreas Dallamassl
Drei Wochen Bettruhe im Rahmen einer Lungenentzündung weisen auf eine gravierende Infektion hin, welche unter keinen Umständen unterschätzt werden sollte. Nachdem eine entsprechende Therapie - abhängig von Ursache und Erreger- durchgeführt wurde und es zu keiner deutlichen Besserung der Beschwerden kam, ist unbedingt eine Röntgenkontrolle und eine Kontrolle der Entzündungsparameter im Blut (Blutbild, Blutsenkung, CRP…) zu empfehlen. Sind die Kontrollbefunde in Ordnung und deutet auch der klinische Untersuchungsbefund auf eine völlige Wiederherstellung hin, ist nichts gegen eine Wiederaufnahme des Lauftraininigs einzuwenden, wobei bei solch einer Krankheitsdauer mit einem deutlichen Leistungsabfall gerechnet werden muß. Schon deshalb sollen die Umfänge und Intensitäten im Training nur langsam und vorsichtig an das Leistungsniveau angenähert werden, welches vor der Lungenentzündung bestanden hat. Sind jedoch die erhobenen Befunde nicht in Ordnung und deutet irgendetwas auf eine nicht völlige Ausheilung der Lungenentzündung hin, so sollte bis zur endgültigen Abklärung und Heilung auf jegliches Lauftraining verzichtet werden. Erkrankungen des Immunsystems, verschiedenste Mangelzustände (Eisen, Eiweiß…), strukturelle Erkrankungen der Atemwege oder auch Allergien können wegbereitend für das Auftreten einer Lungenentzündung sein oder die Ausheilung einer solchen verzögern und müssen bei ausbleibender Besserung ausgeschlossen werden.


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