Laufen mit Belastungsasthma?

Frage
Ich (m, 56) laufe seit 30 Jahren leistungsmäßig. Vor zwei Jahren wurde ein Belastungs-Asthma diagnostiziert, weiters ein(e) COPD, was bei Belastung auch nachher starken Husten hervorruft. Meist trainiere ich mit höheren Pulswerten. Da ich im allgemeinen ein absoluter Gegner von Medikamenten bin, verwende ich erst seit zwei Monaten einen Spray zum Inhalieren. Können Sie mir einen Tipp geben, wie ich mein Problem in den Griff bekomme. Hr. C. T.

Antwort von Dr. Andreas Dallamassl
COPD steht als Abkürzung für "chronisch obstruktive Atemwegserkrankung" und ist der Sammelbegriff für Erkrankungen, welche mit Verengungen der Atemwege einhergehen. Ein Belastungsasthma ist eine gerade bei ambitionierten Sportler häufige Erkrankung, welche durch eine krampfartige Verengung der Bronchien gekennzeichnet ist, wodurch es zu Symptomen wie Husten, Atemnot und Schleimauswurf bei körperlicher Aktivität kommt. Die Ursachen sind meistens in einer Allergie oder in einer individuellen Überempfindlichkeit der Bronchialschleimhaut zu suchen, wobei häufige und intensive körperliche Aktivitäten, besonders bei sehr kalten Temperaturen diese Probleme oft verursachen können. Schilangläufer, aber auch andere Ausdauersportler im hohen Norden sind kältebedingt sehr oft von einem Anstrengungsasthma betroffen und können nur durch entsprechende Therapie ihren Sport ausüben. Andere Reizauslöser wie stark verschmutze Luft, starke Ozonbelastung und vieles mehr, können ebenso durch unspezifische Reizwirkungen auf die Bronchialschleimhaut bei bestehender Empfindlichkeit Beschwerden auslösen, wobei abhängig von der individuellen Situation entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen. Auch wenn sie ein Gegner von Medikamenten sind, sollte eine wirksame Therapie angestrebt werden, da es ansonsten durch Umbauvorgänge im Bereich der Bronchialschleimhaut zu einer Verschlechterung der Beschwerden mit Chronifizierung des Leidens bis hin zur Schädigung des Herzens kommen kann. In sehr vielen Fällen reicht eine Inhalationstherapie mit Sprays oder Trockenkapseln aus, womit auch körperliche Belastungen wieder beschwerdefrei möglich sind. Bei Ausbleiben einer deutlichen Besserung durch eine solche Therapie oder auch beim Bestehen einer Allergie sollte jedoch zusätzlich neben der Allergiebehandlung eine medikamentöse Therapie in Tablettenform in Erwägung gezogen werden. Hier gibt es die verschiedensten Möglichkeiten, wobei durch eine individuell angepaßte Therapie auch kaum gravierende Nebenwirkungen zu befürchten sind. Insbesondere der Wirkstoff "Montelukast" (Singulairâ) ist ein völlig neuer Wirkstoff, welcher bei Belastungsasthma eine hervorragende Wirkung zeigt und in dieser Situation bevorzugt verwendet werden soll.


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