Ist mein Oberschenkelmuskel (ein)gerissen?

Frage
Seit dem Winter habe ich Probleme mit den rechten hinteren Oberschenkelmuskeln. Ich betreibe neben Berg- und Ultralauflaufsport auch TaeKwonDo, wodurch ich regelmäßig und relativ intensiv an meiner Dehnung arbeite. Ich habe nun sukzessive Schmerzen beim Dehnen der hinteren Oberschenkelmuskel, und zwar im Bereich des Gesäßmuskels und im Kniebereich. Die Dehnfähgkeit rechts ist anfänglich eingeschränkt, vergrößert sich jedoch im Laufe des Dehnens fast auf das Normalmaß. Während des Berglauftrainings (Intervall) verspüre ich nach einer Zeit eine stärkere Verspannung der gesamten betreffenden Muskelgruppe. Kann es sein, dass es sich durch das Dehnen um eine Überbeanspruchung der Sehnenansätze oder der Muskelgruppe handelt, oder könnte es sich um einen leichten Muskeleinriss handeln? Hr. R. S.

Antwort von Wolfgang Kattnig
Berglauf bedingt eine massive Verkürzung der Muskulatur, weil die Erholungszeiten innerhalb des Bewegungszyklus kurz sind. Sie beschreiben, dass Ihre Beugemuskulatur mit zunehmender Belastung immer verspannter wird. Vielleicht haben Sie nach dem Berglauftraining zu früh mit dem Dehnen begonnen und dadurch eine Art Muskelzerrung provoziert. Unmittelbar im Anschluß an eine erhöhte körperliche Belastung ist es niemals gut, massiv zu dehnen, weil durch die Anreicherung von Milchsäure der Muskel mechanisch angegriffen wird. Wenn Sie einen zusätzlichen Dehnreiz setzen, kann es zu kleinen Rissen in den Fasern kommen. Wird dies häufig gemacht, ist es durchaus vorstellbar, dass die Oberschenkelrückseite beleidigt wird. Günstiger den Dehnreiz zu setzen ist es, erst 24-48 Stunden nach der Belastung, abhängig von der Intensität der durchgeführten Belastung zu dehnen.


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