Was tun bei Beinhautentzündung?

Frage
Ich laboriere nun schon zwei Monate an einer Beinhautentzündung. Ich kann seither nicht mehr laufen – es behindert mich auch beim Radfahren. Mein Training möchte ich aber nicht abbrechen. Behandlungen verschiedenstenster Art habe ich probiert, aber es fehlt mir an Information. Vielleicht können Sie mir helfen. Hr. M. D.

Antwort von Dr. Anton Liederer
Bei sehr starken Schmerzen im Bereich des äußeren oder inneren Schienbeins – im Volksmund "Beinhautentzündung” genannt, sollte eine Mitbeteiligung des Knochens im Sinne einer beginnenden Ermüdungsfraktur ausgeschlossen werden. Dies ist immer dann zu berücksichtigen, wenn es zusätzlich eine Weichteilverdickung gibt. In den allermeisten Fällen nimmt man als Ursache eine Überlastung der in den Knochen einstrahlenden Sehnenfasern an. Klinisch muss auch ein chronisches funktionelles Kompartmentsyndrom ausgeschlossen werden. Neue Untersuchungen haben gezeigt, dass es bei diesem sogenannten "shin splint” fast immer zu einer lokalen Herabsetzung der Knochendichte kommt, dies vielleicht also immer als eine Vorstufe der Ermüdungsfraktur anzusehen ist. Eine Laufanalyse mit Belastungskorrektur durch Sporteinlagen oder Laufstilkorrektur sollte unbedingt erfolgen. Zusätzlich sollte eine Zeitlang auf Alternativsportarten umgestiegen werden um der chronisch irritierten Struktur eine Chance zur vollständigen Abheilung zu geben. Die Stoßwellentherapie (hochdosierter Ultraschall) ist bei dieser Indikation noch in Erprobung. Sämtliche entzündungshemmende Maßnahmen wie antirheumatische Medikamente und physikalische Maßnahmen sollten unterstützend eingesetzt werden.


zurück »