Zu niedriger Hämatokritwert?

Frage
Ich (m/31) laufe ca. 4 mal pro Woche, rund 2.500 km im Jahr. Bei einer Blutuntersuchung (am Abend) ist bei mir ein Hämatokrit-Wert von 40 % festgestellt worden. Als Normbereich waren in dem Befund 42 bis 50 % angeführt. Was sagt der Wert genau aus? Kommt der niedrige Anteil vom Training, ist das fürs Laufen gut oder schlecht, und wenn er schlecht ist, wie kann ich ihn ändern? Hr. C. W.

Antwort von Dr. Andreas Dallamassl
Der Hämatokrit ist der prozentuelle Anteil der zellulären Bestandteile am Volumen des Blutes. Normalerweise beträgt er bei Frauen 36 - 45 % und bei Männern 42 – 50 %. Die wahrscheinlichste Ursache für den erniedrigten Wert wird wohl eine leichte Anämie in Folge eines Eisenmangels sein, was bei Ausdauersportlern relativ häufig anzutreffen ist. Durch eine einfache Blutuntersuchung kann dieser Verdacht bestätigt werden und das Problem durch entsprechende Eisensubstitution behoben werden. Die individuelle Leistungsfähigkeit ist bei höheren Hämatokritwerten insofern besser, als durch die damit verbundene erhöhte Anzahl an roten Blutkörperchen die Sauerstofftransportkapazität des Blutes gesteigert wird. Dies macht man sich auch beim Doping mittels Erythropoetin (EPO) zu Nutze, einem Hormon, welches die Neubildung der roten Blutkörperchen anregt. Wenn jedoch der Hämatokritwert zu hoch wird und deutlich über 50 % ansteigt, besteht durch die damit verbundene "Bluteindickung" die Gefahr von Gefäßverschlüssen durch Thrombosen bzw. Embolien. Kommt es zusätzlich durch Schwitzen zu einer weiteren Hämatokriterhöhung, was durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr verhindert werden sollte, entstehen dadurch höchst gefährliche Situationen, woraus immer wieder plötzliche Todesfälle bei Ausdauersportarten resultieren.


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