Leistungsabfall nach Blutspende?

Frage
Hat das Blutspenden eine Auswirkung auf das Training oder die Leistung allgemein? Ist es für Leistungssportler besser, wenn man darauf verzichtet, oder spricht zum Beispiel in einer wettkampffreien Phase nichts dagegen? (Hr. R. P.)

Antwort von Dr. Andreas Dallamassl
Im Rahmen einer Blutspende werden dem Körper ca. 500 ml Blut entnommen, was in der Regel von gesunden Erwachsenen problemlos vertragen wird. Kurzzeitiges Absinken des Blutdruckes kann zum Auftreten von Schwindelgefühl und in seltenen Fällen zu einer kurzen Ohnmacht führen. Vorbeugend sollten sie deshalb nach der Spende ca. 10 – 15 Minuten liegen bleiben und anschließend ausreichend Flüssigkeit aufnehmen. Blutergüsse an der Punktionsstelle können durch das Aufdrücken eines Tupfers verhindert werden.

Um dem Körper ohne gesundheitliche Belastung genügend Zeit zum Ausgleich des Blutverlustes zu lassen, sollen Frauen höchstens viermal und Männer höchstens sechsmal innerhalb eines Jahres Blut spenden. Da zur Bildung des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) Eisen notwendig ist, kann unter Umständen die Einnahme von Eisenpräparaten ratsam sein.

Nach einer Blutspende dauert es drei bis vier Wochen, bis sich das rote Blutbild wieder soweit regeneriert hat und die Sauerstofftransportkapazität, welche auch vom Hämoglobin in den roten Blutkörperchen abhängig ist, wieder eine optimale Leistungsfähigkeit auch in sportlicher Hinsicht erlaubt. Die Neubildung der weißen Blutkörperchen erfolgt wesentlich schneller, sodaß deren Funktion (Infektabwehr etc.) nur einige Tage beeinträchtigt ist.

Sportliche Ambitionen werden somit durch eine Blutspende eindeutig negativ beeinflußt, was gegen die Durchführung einer solchen innerhalb vier Wochen vor einem Wettkampf spricht. Aber auch in der Zeit nach einem Wettkampf muß von einer Blutspende abgeraten werden, da mit einer ungünstigen Beeinflussung der regenerativen Prozesse im Körper zu rechnen ist. Nach einem Marathonlauf ist die Dauer, die man für die Regeneration benötigt, naturgemäß eine längere als nach einem weniger belastenden Wettkampf. Sie dauert mindestens vier Wochen, in denen man den Körper durch eine Blutspende nicht zusätzlich belasten sollte. Für die intensiven Trainingsphasen gilt sinngemäß das Gleiche wie für die Wettkampfzeit, da bei Nichtbeachten der entsprechenden Zeiträume mit negativen Auswirkungen auf die Trainingseffekte zu rechnen ist.

In den Zeiten, wo nur lockeres Training oder alternative Sportarten ohne Leistungsdruck am Programm stehen, spricht nichts gegen die Abgabe einer Blutspende, wodurch man auch in den Genuß einer individuellen Blutuntersuchung hinsichtlich verschiedenster Infektionskrankheiten und anderer Blutparameter kommt. Die immens wichtige Bedeutung des Blutspendens für die Allgemeinheit soll auch an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. (Dr. Andreas Dallamassl)


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