Wie sinnvoll sind Laktatstufentests?

Frage
Ich habe im August 2005 einen Laktat-Feldtest mit folgendem Resultat gemacht: AS 5:18 11,29 km/h, HF 156 Laktat: 2 mmol; ANS 4:44 12,68 km/h, HF 170 Laktat: 4 mmol. Es wurde ein kleines(?) Defizit im Grundlagenausdauerbereich festgestellt. Halbmarathon lief ich in 1:35 Stunden. Den VCM wollte ich in 3:30 Stunden (pB 3:32 / 2001) laufen. Bei einem Anfangstempo von cirka 5:05 min./km bin ich nach km 25 völlig erledigt gewesen und habe in 4:15 Stunden gehend das Ziel erreicht. Ich möchte den VCM unter 3:30:00 laufen. Wie schaffe ich das und wäre es sinnvoll noch einmal einen Laktatstufentest zu absolvieren? Wie oft ist bei einem Hobbyläufer ein solcher Test überhaupt sinnvoll und wie schnell kann eine Leistungssteigerung erzielt werden? Hr. C. B.

Antwort von Dr. Andreas Dallamassl
Ihre 2 mmol- und 4 mmol-Schwelle liegen relativ eng beisammen, was grundsätzlich für eine flach verlaufende Laktatkurve und eine gute Grundlagenausdauer spricht. Auch auf Grund Ihrer Halbmarathonzeiten sollte eine Marathon-Endzeit von unter 3:30 Stunden bei gutem Training erreichbar sein. Warum Sie in Wien trotzdem bei einem für Ihr Zeitziel von 3:30 Stunden vernünftigen Anfangstempo so große Probleme bekamen, kann wohl nur am doch nicht so optimalen Training gelegen sein, dessen Zusammensetzung ich jedoch nicht kenne. Haben Sie in der Vorbereitung wirklich genügend oft (6–8 x) Long jogs mit der ausreichenden Dauer (2–3 Stunden) und im richtigen Tempo absolviert? Haben Sie auch regelmäßig Tempodauerläufe im erforderlichen Tempo von 5 min./km in Ihr Training eingebaut? Wenn Ihr Training wirklich optimal war und Sie beim Wettkampf konsequent das vorsichtige Tempo von Beginn an gewählt haben, so kann es natürlich auch sein, dass die von Ihnen beschriebene Leistungsdiagnostik nicht exakt durchgeführt wurde und verfälschte Ergebnisse gebracht hat. Ein auf einer nicht korrekten leistungsdiagnostischen Untersuchung aufgebauter Trainingsplan wird natürlich dann auch nicht zum gewünschten Ergebnis führen. In diesem Fall wäre eine neuerliche Untersuchung empfehlenswert, um das Training zu optimieren. Ansonsten reicht auch bei ambitionierten LäuferInnen sicher eine Untersuchung pro Jahr aus, um eine gute Bestandsaufnahme zu erlangen. Je schwächer das Leistungsniveau ist, um so deutlicher und schneller wird sich auch die Grundlagenausdauer verbessern, wobei diese Verbesserung nicht linear, sondern eher wellenförmig verläuft. Alle sechs bis neun Wochen sollte bei richtigem Training eine solche Verbesserung bemerkbar sein, wo Sie eben bei vergleichbaren Bedingungen in einem definierten Pulsbereich schneller laufen bzw. ein bestimmtes Tempo mit niedrigeren Pulswerten laufen können.


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