Warum bin ich nach einem Ruhetag müde?

FrageIch (m, 28 Jahre) laufe seit neun Jahren regelmäßig. Nunmehr nach einem speziellen Trainingsplan inkl. Laktatmessung. Beim ersten Training nach einem Ruhetag komme ich einfach nicht richtig in die Gänge. Ich weiß, wie wichtig ein Ruhetag ist, habe aber das Gefühl, dass er mich eher zurückwirft. Ich bin zudem meine Bestzeit am Halbmarathon nicht im ausgerasteten Zustand, sondern nach einem harten Trainingsblock gelaufen. Ist das normal?
Hr. K. J.

Antwort von Dr. Andrea Hofmann
Es ist normal, dass sich viele Leute nach einem Ruhetag schlapp fühlen. Für sie sollte daher der Ruhetag vor einem Wettkampf (am Sonntag) auf den Freitag fallen und am Samstag noch ein moderates Training mit eventuell ein paar Steigerungsläufen stattfinden. Dies dient der Tonisierung (Spannungsaufbau) der Muskulatur. Im Training kann nach einem Ruhetag ebenfalls ein etwas weniger anspruchsvolles Training stattfinden. Da der geschilderte Zustand bei Ihnen jedoch sehr ausgeprägt zu sein scheint, ist auch an chronisches Übertraining zu denken, das durch ein konstantes Zuviel an Umfang oder auch auf fehlende Erholungswochen zurückzuführen wäre. Genauso wie der Ruhetag in der Woche gehört auch die Erholungswoche mit nur 50% des Kilometerumfanges und ohne harte Einheiten in den Monatsablauf integriert. Das Laufen einer Bestzeit aus einem harten Trainingsblock heraus lässt auf einen nicht optimalen Trainingsaufbau schließen. Die härteste Trainingseinheit gehört zehn Tage vor dem Halbmarathon geplant, ein ebenfalls noch anspruchsvolles, jedoch bereits etwas reduziertes Training kann dann am Dienstag stattfinden, danach steht vor allem das Ausrasten auf dem Programm, mit einem langsamen bis leicht mittleren Dauerlauf (max. 45 Minuten) plus fünf Steigerungsläufe über 150 Meter am Vortag des Wettkampfes.


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