Überlaste ich mich beim Lauftraining?

Frage
Ich (w, 30) habe vor einem Monat mit dem regelmäßigen Laufen begonnen und fühle mich dabei sehr wohl. Zur Zeit laufe ich dreimal pro Woche je 10 km. Obwohl ich mich während des Laufens optimal fühle und keinerlei Beschwerden habe, beginnen cirka zehn Minuten nach dem Lauf beide Rippenseiten zu schmerzen, so dass es weh tut, wenn ich sie berühre. Ausserdem fühle ich mich am Morgen nach dem Lauf immer recht schlapp und komme schwer aus dem Bett. Wie ist das möglich, wo ich mich doch während des Laufens sehr gut fühle. Ist ein Rundum-Check beim Sportmediziner nötig, oder sind die Rippenschmerzen eine Art Muskelkater, der nach längerer Trainingszeit abnimmt? Fr. V. F.

Antwort von Dr. Andreas Dallamassl
Es handelt sich offensichtlich um zwei verschiedene Probleme, welche Sie zur Zeit beschäftigen. Bei den Schmerzen im Bereich der Rippen – ich nehme an, es handelt sich hierbei um den Rippenbogen im unteren Brustkorbbereich – sind wahrscheinlich muskuläre Probleme im Bereich der Zwischenrippenmuskulatur oder im Bereich der Bauchmuskulatur als Ursache anzunehmen. Eine fehlerhafte Atemtechnik kann über eine muskuläre Überlastung zu Reizzuständen der Atemmuskulatur mit solchen Beschwerden führen. In diesem Falle sollte durch ein gezieltes Training der Bauchatmung eine Ökonomisierung der Atmung mit einer sich daraus ergebenden Besserung der Beschwerden erreicht werden. Eine andere Möglichkeit könnte auch eine schwach ausgebildete Bauch- und/oder Rückenmuskulatur mit dadurch entstandenen muskulären Dysbalancen sein. In diesem Falle muss durch eine gezielte Stärkung der abgeschwächten Muskelgruppen mit entsprechender Gymnastik das muskuläre Gleichgewicht wieder hergestellt werden. Eine Überlastung der Atemmuskulatur kann aber auch durch zu hohe Trainingsintensitäten verursacht sein, wo wahrscheinlich auch das zweite Problem begründet ist.

Was die morgendliche „Schlappheit” nach einem Lauf betrifft, müssen nämlich die Trainingsintensität und die Trainingsumfänge hinterfragt werden. Möglicherweise ist das Lauftempo oder auch der Laufumfang ihrem momentanen Trainingszustand entsprechend zu hoch, oder aber Sie sollten über mehr Variation im Training Ihre Belastungsverträglichkeit steigern. Diesbezüglich wäre sicher eine sportmedizinische Untersuchung mit einer Leistungsdiagnostik zu empfehlen, woraus dann ein Trainingsplan erstellt werden kann, welcher zu keiner Überforderung, sondern zu einer sukzessiven Verbesserung Ihrer Leistungsfähigkeit führt. Sehr viele Laufanfänger fühlen sich anfänglich auch bei einem Lauftempo wohl, das durch die zu hohe Intensität früher oder später zu einer Art Übertraining führt. Wenn Sie weiter in diesem vielleicht doch zu hohen Tempo laufen, wird sich das zur Zeit noch bestehende subjektive gute Gefühl beim Laufen bald nicht mehr einstellen.



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