Ist mein Ruhepuls okay?

Frage
Ich (m, 27) bin ein richtiger "Ehrgeizler". Seit dem Wien Marathon beobachte ich mein Pulsverhalten wieder genauer. In der Vorbereitung für Wien hatte ich einen Ruhepuls von 36. Leider übertrieb ich im Vorfeld das Training und hatte dann Anfang Mai einen Leistungseinbruch. Ich reduzierte mein Training und lief dann 3:01. In der ersten Woche nach Wien senkte sich der Ruhepuls langsam wieder auf 36. In den folgenden Wochen versuchte ich langsam wieder das Training aufzunehmen (nur regenerative Einheiten). Nach drei Einheiten, bei denen ich keine Probleme hatte, erhöhte sich mein Ruhepuls sofort wieder auf 40. Bin ich vom Marathon immer noch angeschlagen oder schon mitten in einem Übertrainingszustand? Wenn ja, muss ich mit dem Training ganz aussetzen oder gibt es auch andere Möglichkeiten, da ich in Graz 2:50 laufen möchte? Oder habe ich einfach nur einen Pulskomplex? Hr. A. M.

Antwort von Dr. Andrea Hofmann
Ein Ruhepuls von 36 ist sehr nieder. Ein Absinken des Ruhepulses muss aber nicht immer ein gutes Zeichen sein, sondern kann auch auf ein über einen längeren Zeitraum erworbenes Übertraining hindeuten. Das könnte den besonders niederen Ruhepuls zusammen mit ihrem Leistungseinbruch vor dem Wien Marathon erklären. Vermutlich sind aber die 40 Schläge pro Minute Ihr normaler Ruhepuls. Ich glaube deshalb nicht, dass Sie sich wieder in einem Übertraining befinden, da Sie ja langsam Ihr Training wieder aufgenommen und sich vom Wien Marathon sicher wieder ausreichend erholt haben. Der Anstieg um vier Pulsschläge ist außerdem nicht dramatisch, mit Schwankungen um ein paar Schläge muss man immer rechnen. In diesem Zusammenhang ist auch folgende Tatsache interessant: Der Herzmuskel reagiert auf eine Pause genauso rasch wie ein Skelettmuskel mit einer Hypotrophie, einem Abbau, das Herz wird eine Spur schwächer und muss dann auch häufiger schlagen. Während der Herbstpause nach Saisonende beobachten viele Sportler einen Anstieg ihres Ruhepulses.


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