Bringen Dehnungsübungen wirklich was?

Frage
Ich bin begeisterter langjähriger Läufer. Nach vielen Jahren verletzungsfreien Laufens habe ich Probleme hinten an der Ferse ( am Ansatz der Achillessehne). Mein Sportarzt gab mir den Rat fleißig zu dehnen. Ich dehne vor und nach dem Laufen. Nun habe ich in Studien gelesen, wo Läufern vom Dehnen abgeraten wird. Es soll nichts bringen, ein Muskel kann sich nicht verkürzen und sogar die Verletzungsgefahr soll erhöht werden. Was stimmt nun. Hr. M. D.

Antwort von Dr. Anton Liederer
Achillessehnenbeschwerden nahe des Ansatzes können durch Vorsprünge des Fersenbeines oder auch durch eine Entzündung des Sehnenansatzes selbst ausgelöst werden. Eine sportorthopädische Untersuchung sollte nach funktionellen Ursachen wie Beinlängendifferenz, Hyperpronation etc. suchen. Mittels Magnetresonanztomographie können Entzündungen der Sehne, des Gleitgewebes oder des Schleimbeutels zwischen Fersenbein und Achillessehne oder zwischen Sehne und Haut sichtbar gemacht werden. Was die Dehnungsübungen betrifft, wurde in den letzten Jahren sehr viel dazu veröffentlicht. Wir sind der Meinung, dass ein regelmäßiges Dehnungsprogramm Teil des Trainings sein sollte. Dies hat zwei Gründe: Einerseits wird der Muskelstoffwechsel durch Dehnen vor der Belastung gesteigert, was für die darauffolgende Leistungserbringung wichtig ist, andererseits werden durch ein forciertes Dehnungsprogramm die passiven Elemente der Muskulatur (Faszien, sehnige Anteile etc.) plastisch verändert, was zu einer erhöhten maximalen Bewegungsamplitude und zu einem geringeren intramuskulären Widerstand bei Belastung führt. Dies haben bekannte renommierte Grundlagenforscher bestätigt. Dass regelmäßige Dehnungsübungen etwas bewirken, wird wohl fast jeder von uns schon am eigenen Leibe erlebt haben. Im übrigen sind viele solcher Aussagen mit großer Vorsicht zu bewerten, die Originalstudien werden oft völlig falsch interpretiert.

Intensitätsbereich Trainingsherzfrequenz
Kompensationsbereich = RHF + (MHF - RHF) x 0,6
Grundlagenausdauer I = RHF + (MHF - RHF) x 0,7
Grundlagenausdauer II = RHF + (MHF - RHF) x 0,8
Wettkampfspezifische Ausdauer = RHF + (MHF - RHF) x 0,9
RHF(Ruheherzfrequenz); MHF (maximale Herzfrequenz)


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