Leistungslimitierender Faktor Maximalpuls?

Frage
Ich (m/23) laufe momentan vor allem 10-km-Wettkämpfe. Um meine Zeit zu verbessern mache ich Intervalltraining und schnellere Einheiten. Dabei habe ich noch nie einen höheren Puls als 183 erreicht (sogar bei Sprints nicht). Auch mein Ruhepuls ist mit 44 recht niedrig. Die anaerobe Schwelle dürfte gefühlsmäßig bei etwa 167 liegen. Gute Läufer berichten mir immer wieder, dass sie ihren Puls bis über 200 Schläge bringen. Ich vermute, ein relativ niedriger Höchstpuls von 183 ist für gute Leistungen hinderlich. Kann ich ihn durch gezieltes Training erhöhen? Hr. R. F.

Antwort von Dr. Andrea Hofmann
Es kommt gar nicht darauf an, wie hoch sich der Puls maximal hinauftreiben lässt! Das Pulsverhalten ist bei jedem anders und auch nicht vom Alter abhängig. Es ist eine individuelle Größe so wie jeder verschieden groß ist oder eine unterschiedliche Haarfarbe aufweist. Sehr eng mit der maximalen Leistungsfähigkeit in Zusammenhang steht allerdings die Fähigkeit des Herzens, möglichst viel Blut pro Minute zu fördern, das sogenannte Herzminutenvolumen. Ein hohes Herzminutenvolumen kann mit hohem Puls erreicht werden, dann schlägt das Herz sehr oft und befördert bei jedem Schlag nur eine relativ geringe Blutmenge, oder aber auch mit niederem Puls, das Herz pumpt dann nicht so schnell aber dafür immer eine große Menge Blut. Bei einem Puls von über 200 Schlägen pro Minute arbeitet das Herz jedoch nicht mehr hundertprozentig effizient, da dem Blut vor einem neuen Herzschlag gar nicht mehr genügend Zeit zur Verfügung steht, in die Herzkammer einzuströmen. Die maximale Herzfrequenz schränkt sicher nicht Ihre Zehnkilometer-Wettkampfzeit ein. Die Leistungsfähigkeit lässt sich nur durch ein gezieltes Training in den individuell optimalen Pulsbereichen verbessern. Diese sind genauso wie der Maximalpuls für jeden anders und werden am besten durch eine leistungsdiagnostische Untersuchung auf einem Laufband über Laktatbestimmungen ermittelt.


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