Wie verhindertt man Stressfrakturen?

Frage
Ich (m, 190 cm, 77 kg) laufe cirka 50 - 70 km pro Woche und fahre dazu noch 200 km Rad. Jetzt habe ich mir vor sechs Wochen eine Tibia-Stressfraktur zugezogen, dabei hatte ich einen Halbmarathon fix geplant. Wie komme ich nun auf schonende Weise auf mein bisheriges Programm zurück und wie verhindere ich in Zukunft solche Frakturen? Hr. D. S.

Antwort von Dr. Anton Liederer
Die häufigsten Ursachen für Stressfrakturen im Laufsport sind Fehler im Trainingsaufbau (z. B. zu rasche Steigerung des Umfanges) und lokale Fehlbelastungen. Eine Osteoporose, die nicht selten bei sehr schlanken Athletinnen oft kombiniert mit hormonellen Störungen und dadurch Zyklusstörungen auftritt, begünstigt das Auftreten eines Ermüdungsbruches. Deshalb führen wir grundsätzlich bei allen betroffenen Sportlerinnen, bei Männern nur bei Fehlen offensichtlicher Ursachen eine Knochendichtemessung durch. In jedem Fall ist ein solches Ereignis sicher nicht zu verhindern, einige Punkte sollten jedoch beachtet werden: Mineralstoffreiche Ernährung zu sich nehmen, genügend Regenarationsphasen einlegen, keine unnötigen Extrembelastungen setzen, sowie Schmerzen am Bewegungsapparat früh ernst nehmen und abklären lassen. Tritt eine Stressfraktur auf muß der Läufer eine dreimonatige Laufkarenz erdulden. Belastungen, die keinerlei Schmerzen auslösen (z. B. Rad, Schwimmen, etc.) sind erlaubt. Falls das Gehen Schmerzen bereitet, müssen Stützkrücken zur Entlastung verwendet werden. Anschließend muß wie nach jeder längeren Pause ein Aufbauprogramm über einige Wochen durchgeführt werden.


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