Laufeinstieg zu flott?

Frage
Ich (m/33/1.81 m/90 kg/Raucher) habe nach mehreren Jahren Leistungssport in der Jugend und als Student (Wasserball, Fußball, Boxen) mit Anfang dieses Jahres mit regelmässigem Lauftraining begonnen und bereits 14 kg abgenommen. Meine wöchentliche Laufleistung beträgt 50 - 60 km 75 % mit Puls bis 135 , 25 % bis 155. Meine derzeitige 10-km-Zeit liegt bei 48 Minuten (Tendenz schneller). Für den Herbst plane ich einen Halbmarathon, für nächstes Jahr meinen ersten Marathon. Zur Zeit bleibt mein Gewicht konstant bei ca. 90 kg, deshalb meine Frage: Ist es ratsam bei meinem Gewicht langfristige Marathonziele zu verfolgen? Sind läuferische Dauerbelastungen für mich als schwergewichtigen Läufer gesundheitsschädlich (Gelenke, Herz, Wirbelsäule)? Zur Zeit habe ich keine Beschwerden und fühle mich zudem pudelwohl. Ist für meinen geplanten Halbmarathon 1:50 realistisch bzw. vernünftig? Selbstverständlich ist mir klar, dass ein geringeres Gewicht als das derzeitige für die Gesundheit besser ist, aber ich esse nunmal sehr gerne und das Hungern widerstrebt mir. Mit dem Laufen versuche ich einen sinnvollen Ausgleich zu schaffen – ich kann dadurch mein Gewicht mühelos halten. Hr. T. S.

Antwort von Mag. Friedrich Kreuzriegler
Ob es ratsam ist, langfristig Marathonziele zu verfolgen hängt nicht nur von Ihrem Körpergewicht, sondern auch von Ihren orthopädischen Voraussetzungen ab. Wenn ihre Gelenke ”keine Baufehler” oder Abnutzungen aufweisen und Sie in Ihr Trainingspensum die entsprechende Regeneration einbauen, so sind sicher keine Gesundheitsschädigungen zu erwarten. Ebenfalls ist eine Überlastung eines gesunden Herz-Kreislaufsystems nicht zu erwarten. Ein sogenanntes Belastungs-EKG kann Ihnen hier Sicherheit verschaffen. Ob ihre geplante Halbmarathonzeit realistisch ist, ist aus der Ferne schwer zu beurteilen und am besten durch eine leistungsdiagnostische Trainingsbetreuung herauszufinden.


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