Schaffe ich den Marathon in 3:00?

Frage
Ich (m, 45, 187 cm, 76 kg) bin nach vielen Jahren Laufpause und sieben Monaten Vorbereitung meinen ersten Marathon in 3:21 gelaufen. Der Trainingsumfang betrug rund 160 km/Monat. Im Alter von 17–21 Jahren war ich Mittelstreckenläufer (1.000 m in 2:49). Nun lockt die magische 3-Stunden-Marke – ich möchte aber nicht 100 km/Woche laufen. Ist mein Ziel erreichbar oder geht es wirklich nur mit knüppelharten Trainingsplänen? Hr. B. H.

Antwort von Mag. Wilhelm Lilge
Für das Erreichen Ihres Ziels (Marathon unter 3:00) gibt es genügend Beispiele. Es gibt ohnehin nur einen sehr losen Zusammenhang zwischen Trainingsumfang und Leistungsfähigkeit. Am wichtigsten ist immer noch die Wahl der richtigen Eltern, also das Talent. Manche trainieren viele Jahre wahnsinnig viel und objektiv richtig und schaffen trotzdem den Marathon nicht unter 3:30. Andere trainieren drei Monate irgendwie nach Gefühl und wissen nicht, wo das Problem liegt, unter drei Stunden zu laufen. Aus einem Ackergaul kann man eben kein Rennpferd machen und im Sport werden nicht immer die Fleißigsten scheinbar gerecht belohnt.

Ihre in früheren Jahren erzielten Leistungen deuten auf alle Fälle auf ein gewisses Maß an Talent hin, das Sie eigentlich befähigen sollte, mit Ziel gerichteter Vorbereitung den Marathon unter drei Stunden zu schaffen. Das Training selbst scheint auch recht ausgewogen zu sein, das „Hineinhorchen“, also das Laufen nach Gefühl, ist immer zumindest die ideale Ergänzung zu einem Trainingsplan. Gerade das Marathontraining, wo man eigentlich nie wirklich schnell laufen muss, muss sicherlich nicht „knüppelhart“ sein. In kleinen Schritten die Dosis erhöhen, gesund bleiben, dann lässt sich die Leistung kaum verhindern. Eine angepasste, sportgerechte Ernährung hilft natürlich auch bei einer angestrebten Leistungssteigerung, nicht zuletzt auch indirekt über eine Stabilisierung des Immunsystems und eine geringe Krankheitsanfälligkeit.


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