Wie löse ich meine Wettkampfprobleme?

Frage
Ich (w, 41) bin kürzlich meinen vierten Marathon (3:40) gelaufen. Wurde ich früher in der Schlussphase durch Muskelprobleme (Verspannungen, Krämpfe) gebremst, spürte ich diesbezüglich kaum etwas. Stattdessen schlich sich ein ungutes Druckgefühl in der Magengrube und leichte Übelkeit ein. Ich wagte daraufhin nur mehr Wasser (statt eines isotonischen Getränkes) zu trinken, weil ich fürchtete, dass mir noch schlechter werden würde. Meine Trainingsvorbereitung war bei allen Marathons gleich. Was kann ich in Zukunft tun, um diesem (Kreislauf?)Problem, das ich in kleinerem Ausmaß auch bei kürzeren Wettkämpfen im letzten halben Jahr hatte, entgegenzuwirken? Fr. A. M.

Antwort von Dr. Andreas Dallamassl
Die von Ihnen geschilderten Beschwerden sind nicht typisch für Kreislaufprobleme, sondern eher als Folge von Reizzuständen Ihrer Magenschleimhaut anzusehen, wie sie bei Marathonläufern häufig zu beobachten sind. Als Ursache hierfür kann eine leichte latent bestehende Übersäuerung des Magens in Frage kommen, welche erst unter den Stressbedingungen einer Laufbelastung manifest wird. Diagnostisch wäre hier eine Gastroskopie (= Magenspiegelung) und eventuell eine zusätzliche 24-Stunden-pH-Messung des Magensekretes zu empfehlen. Bei Nachweis einer solchen vermehrten Säureproduktion sind Medikamente zur Hemmung der Magensäuresekretion gut wirksam und zu empfehlen. Als weitere mögliche Ursache wären Fehler bei der Flüssigkeitsaufnahme während des Laufes in Erwägung zu ziehen, wobei fettreiche, eiweißhaltige Kost (beim Marathon eher auszuschließen) oder die Einnahme von konzentrierten (hypertonen) Kohlenhydratlösungen oft zu solchen Problemen führen können. Gerade die Getränke, welche bei einem Marathon an den Verpflegungsstellen angeboten werden, sind in ihrer Zusammensetzung, Konzentration und Temperatur nicht immer optimal und können damit mögliche Ursachen für Probleme im Magen-Darm-Trakt darstellen. Ein falsches Trinkverhalten, wie zu rasches Trinken, das Trinken zu großer Mengen oder zu seltenes Trinken kann auch zu solchen Problemen führen und sollte vermieden werden. Auch zu hohes Lauftempo mit hohen Laktatwerten oder eine Entleerung der Kohlenhydratspeicher bei zu hohem Marathontempo (haben Sie beim Marathon Tempo herausnehmen müssen?) führen über eine Blutumverteilung und hormonelle Mechanismen zu Durchblutungsveränderungen im Magen-Darm-Trakt mit diversen Symptomen wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen bis hin zu Blutabsonderungen im Stuhl. Ein dem Trainingszustand bzw. dem Leistungsniveau angepasstes Lauftempo bewirkt hier eine deutliche Verbesserung der Beschwerden.


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