Herzfrequenz im Wettkampf?

Frage
Ich (m, 36, seit fünf Jahren Nichtraucher) bin heuer zum ersten Mal beim Wachau-Halbmarathon (1:54) mitgelaufen, es war das erste Mal, dass ich so eine Distanz gelaufen bin. Meine Frau meinte, dass mein Puls zu hoch war. Ich hatte eine Pulskonstante von ca. 180 während des gesamten Rennens. Mein Höchstwert liegt bei 193, mein Ruhepuls bei 56 (gemessen vor zwei Jahren am Rad). Ich trainiere meistens mit einem Puls zwischen 140 und 155. Ich dachte mir, beim Rennen kann er ruhig höher liegen. Wie hoch kann ich eigentlich wirklich beim Rennen gehen? Hr. F. W.

Antwort von Dr. Andrea Hofmann
Der Puls ist für jeden anders! Man kann ihn nicht aus Tabellen ablesen oder mit Formeln berechnen. Die einzig sichere Möglichkeit den Trainingspuls und einen möglichen Wettkampfpuls zu bestimmen ist, sich einer leistungsdiagnostischen Untersuchung zu unterziehen bei der neben dem Pulsverhalten bei ansteigender Belastung auch der Blutparameter Laktat bestimmt wird. Puls 180 kann für den einen noch einen mittleren Trainingsbereich (Dauerlauf) bedeuten, der andere erreicht niemals einen Wert von 180, auch nicht bei einer sehr kurzen, maximalen Anstrengung. Der Puls ist anders wie der Blutdruck: Für jeden gelten andere Grenzen und Bereiche, die man eben austesten muss. Erst dann kann man von einem – für diese Person – zu hohen Puls sprechen. Vermutlich gehören Sie zu den Personen mit eineem angeborenem hohen Pulsverhalten – der hohe Wettkampfpuls wäre dann nicht verwunderlich. Das Tempo eines Halbmarathons kann entsprechend Ihrem Leistungsniveau in einem mittleren Bereich liegen, bis hin zur Geschwindigkeit Ihrer anaeroben Schwelle. Der Puls spielt unter Wettkampfbedingungen häufig etwas "verrückt”, das heißt, er liegt durch die Aufregung deutlich höher als normal, meist auch bereits schon ihn Ruhe und vor dem Start.


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