Wie bekomme ich beim Triathlon Krämpfe in den Griff?

Frage
Beim Triathlon schießen mir (w, 38) beim Wechsel vom Schwimmen aufs Rad immer wieder Krämpfe in die Gesäßmuskeln. Ähnlich ist es beim Bergablaufen. Unterkühlung oder Magnesiummangel (nehme ein Präparat) kann bei mir ausgeschlossen werden. Was kann man vorbeugend dagegen unternehmen? Fr. M. E.


Antwort von Dr. Oliver Bachmann
Die Muskeln des Gesäßes und der Oberschenkelvorderseite sind sehr große Muskeln und gehören zur so genannten Streckerschlinge. Der Gesäßmuskel wird bei der Kraulbeinbewegung sehr stark belastet. Wurde im Schwimmtraining das intensive und ausdauernde Beineschwimmen vernachlässigt oder gar ausgelassen (in der Annahme, dass es im Wettkampf eine untergeordnete Rolle spielt), ist dieser Muskel beim Wettkampf meist überfordert und reagiert mit Krämpfen.

Beim Bergablaufen müssen die Oberschenkelmuskeln vorrangig exzentrisch (nachgebend) und statisch (haltend) arbeiten. Die dabei zu bewältigende Kraftleistung ist höher und ungewohnter als die konzentrische, die vom Muskel beim Bergauflaufen und beim Laufen im Flachen erbringen muss. Hier hilft ein Krafttraining bei dem u. a. an der Beinpresse auch exzentrisch gearbeitet wird. Dehnen der betroffenen Muskeln und deren Gegenspieler kann ebenfalls helfen das Problem zu lindern. Beim Blutbild darf nicht nur Magnesium beobachtet werden, sondern (besonders bei Frauen) auch auf das Eisen bzw. den Depoteisenmarker (Ferritin) geachtet werden. Eisenmangel führt ebenso zu verminderter Leistungsfähigkeit und in weiterer Folge zu Krämpfen. Präventiv sollte auch die Menge von wassertreibenden Getränken (z. B. Kaffee) am Tag des Trainings oder Wettkampfs reduziert werden.


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