7. MATTONI BUDWEIS-HALBMARATHON, 2. Juni 2018
Mit einem, zum Teil völlig neuen Konzept, tritt die erfolgreiche RunCzech-Serie bei zwei (Karlsbad und Budweis) ihrer insgesamt sieben Rennen auf. Im Rahmen des Budweis-Halbmarathon waren 6.165 LäuferInnen am Start. Erstmals machten zwei Europäer das Rennen.
Luke Traynor und Lilia Fisikovici siegen als erste Europäer

Unter dem Motto „EuroHeroes" wird bewusst auf die Einladung von afrikanischen Athleten verzichtet. Vielmehr möchte das Team rund um Carlo Capalbo in Kooperation mit der EAA den europäischen Athleten eine Bühne bieten, um sich bestmöglich zu präsentieren und entwickeln zu können. Finanzielle Gründe habe dies keine, so der 61-jährige Capalbo im LAUFSPORT-Interview.



Luke Traynor und Lilia Fisikovici – die souveränen Budweis-Sieger 2018. © RUNCZECH

So gab es beim 7. Mattoni Budweis-Halbmarathon erstmals rein europäisch besetzte Podeste. Mit dem 25-jährigen Schotten Luke Traynor (* 6. 7. 1993, pB 1:01:57) in 1:03:42 Stunden und der 29-jährigen Moldawierin Lilia Fisikovici in 1:13:20 Stunden konnten sich erstmals zwei europäische Sieger feiern lassen. Traynor: „Ich bin ziemlich müde, aber ich habe das Rennen genossen, die Atmosphäre mit vielen Fans entlang der Strecke war fantastisch.


PFEIL-COMEBACK

Aus heimischer Sicht sehr erfreulich: Valentin Pfeil (LAC Amateure Steyr) finishte als Gesamtdritter in 1:05:08 Stunden. Der nominell Sechstschnellste des Feldes (pB 1:04:16) lief ein kontrolliert-starkes Rennen und blieb nur 52 Sekunden hinter seiner 2016 in Barcelona erzielten Bestzeit. Nach seiner Achillessehnenverletzung (Cross-EM 12.17), zeigte sich Pfeil in guter, aufsteigender Verfassung. Dabei war der Rennverlauf alles andere als einfach: Traynor und der spätere Zweite Romanenko (UKR) verabschiedeten sich bei km 3,5 nach vorne, der Rest fiel hinter Pfeil zurück – fortan lief er 17,6 km solo – was auf der großen Schleife durch die Außenbezirke und den teilweise langen Geraden zwischen km 10 und 15 nur dann gut funktioniert, wenn du mental stark bist. Am Ende konnte sich Pfeil über Rang 3, noch vor dem 2:09er-Marathoni Oleksandr Sitkovskyi/UKR (1:05:37) und dem 32-jährigen Iren Mick Clohisey freuen, der ihn im Vorjahr beim WM-Marathon in London um einen Rang distanziert hatte.


Valentin Pfeil ist auf einem guten Weg in Blickrichtung EM-Marathon. © SPERRER

Pfeil im LAUFSPORT-Interview: „Nachdem es vor zwei Wochen bei meinem ersten wichtigen Wettkampf nach der Verletzungspause beim 10-km-Lauf in Manchester mit 30:07 Minuten noch etwas zäh anlief, fühlte ich mich heute schon deutlich besser. Ich musste zwar viel alleine laufen, fühlte mich aber gut. Jetzt weiß ich, dass der Weg in Blickrichtung EM-Marathon in Berlin stimmt und ich dort in einer konkurrenzfähigen Verfassung antreten kann." Pfeil zum Projekt „EuroHeroes": „Ich finde diese Initiative von Carlo Capalbo sehr gut, so werden die Leistungen der europäischen Läufer wieder mehr wertgeschätzt."


ATTRAKTIVES RENNEN

Die Budweiser Strecke selbst ist ziemlich flach und ermöglicht gute Zeiten, wovon auch die Streckenrekorde von Daniel Chebii/KEN (59:49/2012) und Agnes Jeruto Barsosio/KEN (1:09:53/2017) zeugen. Nur einige Unterführungen und leichte Wellen in den Außenbezirken bremsen etwas. Nach einem heftigen Wolkenbruch um die Mittagszeit kühlte es zum Abend hin ab – der Start ist in Budweis traditionell am Samstag um 19.00 Uhr. 23 °C und eine Luftfeuchtigkeit von 80 % waren nicht das „Gelbe vom Ei" – aber besser, als an den heißen Vortagen.

Mit 3.252 Halbmarathon-Meldungen (Einzel- und Staffel) sowie 2.913 beim dm Family Run gab es in Summe ein sehr gutes Meldeergebnis von 6.165 Meldungen, gibt es das Rennen doch erst seit 2012. Hauptverantwortlich dafür ist das hochprofessionell agierende Veranstalterteam von RunCzech, das auch diesmal eine Veranstaltung auf die Beine stellte, die sowohl den Ansprüchen der Elite gerecht wurde, als auch ein umfassendes Service für Läufer wie Du und ich bot. Der besondere Spirit des RunCzech-Teams übertrug sich auf das gesamte Event. Dies zeigte sich auch an der Tatsache, dass die letzten Läufer (Zieleinlauf nach 22.00 Uhr) vom gesamten OK-Team im Zielgelände mit lautstarkem Jubel empfangen wurden. Ein junges, frisch agierendes Moderatorenduo und fetzige Musik machte das Rennen für jeden Teilnehmer zu etwas Besonderem.

Budweis selbst ist als Lauf- und Kurzurlaubsdestination sehr empfehlenswert. Die Stimmung an der Strecke, vor allem innerstädtisch, ist top. Auch der malerische, quadratische Budweiser Hauptplatz als Start-Ziel-Areal hat ein besonderes Flair. RunCzech hat seit der Gründung der Laufserie im Jahr 1995 eine besondere Erfolgsgeschichte geschrieben. An den sieben Läufen, inkl. Prag-(Halb)Marathon, werden heuer rund 92.000 Teilnehmer teilnehmen.           

(Text: Franz Sperrer für Laufsport Marathon / Budweis)


© SPERRER

7. Mattoni Budweis-Halbmarathon

Termin: 2. Juni 2018

Männer: 1. Luke Traynor/GBR 1:03:42

             2. Roman Romanenko /UKR 1:04:05

             3. Valentin Pfeil/AUT 1:05:08

Frauen: 1. Lilia Fisikovici/MLD 1:13:20

            2. Olha Kotovska/UKR 1:14:14

            3. Rosaria Console/ITA 1:14:38

Alle Ergebnisse:

Fotos und Videos:

Weitere Infos zur RunCzech Laufserie: www.runczech.com



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